Ausbildung

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Orthopädieschuhmacher/-in auf einen Blick

Wer gut geht, dem geht es gut ...viele Menschen können das leider nicht von sich behaupten. Falsche Schuhe, angeborene oder durch Unfall verursachte Fußprobleme verhindern einen normalen und beschwerdefreien Bewegungsablauf. Hilfe zur Beseitigung der Beschwerden und zur schnellen Rehabilitation bringt das Handwerk für Orthopädieschuhtechnik.

Der Dialog mit dem Arzt, genaue Kenntnisse der Anatomie und der Biomechanik, verbunden mit handwerklichem Geschick, erlauben eine bestmögliche Versorgung. Sinn für Gestaltung, Mode und Formen kommen den Ansprüchen der Patienten entgegen.

Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher, und wer die Gesellenprüfung besteht, dem ist ein Arbeitsplatz schon fast sicher. In der Orthopädieschuhtechnik werden Leute gesucht, die ihr Handwerk beherrschen. Doch auch nach der Gesellenprüfung gibt es viele Möglichkeiten, seine Qualifikation zu erweitern. Die Kurse der Fachschulen sorgen dafür, daß die Orthopädieschuhmacher technisch am Ball bleiben und zeigen zum Beispiel, wie man moderne Computertechnik mit einer individuellen Versorgung verbinden kann. Nach drei Jahren kann man die Kurse der Meisterschule besuchen und eine Qualifikation erwerben, die weltweit auf höchsten Standard liegt.

Voraussetzungen:
keine bestimmte Schulbildung zwingend - Mittlere Reife oder Abitur ist deutlich von Vorteil
Persönliche Anforderungen:
Kreativität, handwerkliches Geschick, medizinisches Verständnis und Einfühlungsvermögen in das Verhalten beispielsweise behinderter Menschen
Ausbildungsdauer:
3 1/2 Jahre
Weiterbildung:
Fortbildungsveranstaltungen für zahlreiche Spezialgebiete des Orthopädieschuhmacher-Handwerks
Aufstiegschancen:
Werkstattleiter, Meister nach mehrjähriger Gesellentätigkeit, Betriebswirt d.H., Studiengang Orthopädie- und Rehatechnik, Gründung oder Übernahme eines eigenen Handwerksbetriebes
Berufslage:
2.000 Betriebe gibt es in Deutschland. Die zukünftige Entwicklung des Berufsbildes wird entscheidend durch die Sozialgesetzgebung bestimmt. Die Berufsaussichten können jedoch als sehr gut bezeichnet werden.

Der Mensch im Mittelpunkt
Der Orthopädieschuhtechniker ist der Fachmann für Fuß und Bein. Bei seiner Arbeit hat er aber immer den ganzen Menschen im Blickfeld, denn Fußprobleme wirken sich auf den ganzen Körper aus.

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Berufsschule

In unserem Handwerk ist für ganz Baden-Württemberg die Kerschensteinerschule in Stuttgart-Feuerbach zuständig.

Die Berufschule findet blockweise innerhalb der Ausbildung statt. In der Kerschensteiner Schule haben die Auszubildenden während der Ausbildungszeit die Möglichkeit einen zusätzlichen Schulabschluss zu erwerben:

9 +3Realschulabschluss innerhalb der Lehrzeit
10 +3Fachhochschulreife in Verknüpfung mit der Lehrzeit
11 +3Betriebsassistenten im Handwerk

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Übungstag

Die Übungstage für die Auszubildenden im Orthopädie Schuhmacherhandwerk werden von der Innung angeboten, um optimal auf die Prüfungen vorbereitet zu sein.
Mitglieder des Prüfungs- und Bildungsausschusses vermitteln Inhalte der Zwischen- und Gesellenprüfung.
Nach einer theoretischen Einführung wird der vermittelte Lehrinhalt immer praktisch erarbeitet. Der Schwerpunkt dieser "Intensiv-tage" liegt immer auf der manuellen Umsetzung. Das gründliche Erlernen und nachhaltig Begreifen sind die Ziele dieser Veranstaltungen.

Die jeweiligen Termine können Sie den Terminen auf unserer Startseite entnehmen.

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ÜBA

Von der Innung für Orthopädie Schuhtechnik Baden Württemberg wird an der Kerschensteinerschule immer während des 2. Ausbildungsjahre eine überbetriebliche Unterweisung durchgeführt. Der Nachweis dieser außerbetrieblichen Schulung ist Prüfungsvoraussetzung und muss vor der Prüfung erbracht werden.

Inhalt der einwöchigen Maßnahme ist nach ORSCHU 3/00 die Herstellung orthopädisch wirksamer Einbauelemente aus Kork, Kunststoff- und Gießharzmaterial sowie neuzeitliche Modellherstellung und Einlagenbau nach Gipsvorlage.

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KOALOST

KOALOST ist eine Kooperation der Ausbilder(innen) und Lehrer(innen) in der Orthopädieschuhtechnik in Baden-Württemberg.

Ob Seminare, Workshops, gemeinsame Projekte oder Bewerten der Werkstücke: Immer wird über die Einbindung der Ausbilderinnen und Ausbilder im Schulbereich der Bezug zur betrieblichen Praxis hergestellt. Eine Verzahnung von Berufsschule und Ausbildungsbetrieb erreichen wir nur durch didaktisch abgestimmte Lerninhalte und gemeinsame Bewertungskriterien. Das Lernen und Lehren, das Arbeiten und Anleiten wird bestens gefördert, wenn alle in der Lernortkooperation mitmachen, die an der Ausbildung unserer Lehrlinge beteiligt sind. Eine qualitativ hochwertige Ausbildung dient schließlich auch der Sicherung unseres Berufsstandes.

Wir nutzen für die Ausbildung auch externe Ressourcen. So sind in diesem Schuljahr in der Kerschensteinerschule folgende Seminare für die Lehrlinge vorgesehen bzw. inzwischen gelaufen:

Lehrjahr  Themen
1Klebstoffe und Materialerkennung
2Faserverbundwerkstoffe
3Workshop MBT-Schuh
Fuß- und Zehenprothesen planen, herstellen, anpassen und bewerten
Fußpflege
Demonstration Spangentechnik
Ganganalyse mittels Laufband, Achsfehlstellungen an Fuß und Bein

Diese Projekte laufen mit folgendem Ablauf:

Die Bewertung durch die Lehrlinge fällt unter das Ausbildungsziel "Qualitätsmanagement und -sicherung".

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Prüfung

Zwischenprüfung

Die Zwischenprüfung findet in der Regel im 3. Block während des 2. Ausbildungsjahres statt. I.d.R. wird dazu von der Geschäftsstelle der Innung mit einem Schreiben an die Ausbildungsbetriebe zur Anmeldung aufgefordert, sofern der Innung eine Freigabe durch die Heimathandwerkskammer des Teilnehmers vorliegt.

Gesellenprüfung

Winterprüfung:
Zur Winterprüfung werden Auszubildende zugelassen, deren Ausbildungszeit zwischen dem 01. Oktober und dem 31. März endet.
Sommerprüfung:
Zur Sommerprüfung werden Auszubildende zugelassen, deren Ausbildungszeit zwischen dem 01. April und dem 30. September endet.

Um zur Prüfung zugelassen zu werden, müssen der Ausbildungsnachweis und der Nachweis der überbetrieblichen Ausbildung dem Prüfungsausschuss vorliegen.

Ausbildungszeitverkürzung

Anträge auf Kürzung der Ausbildungszeit aufgrund guter Leistungen, sind für die Sommerprüfung bis 1.März, für die Winterprüfung bis 1.September bei der zuständigen HWK zu stellen.
Anträge auf Kürzung der Ausbildungszeit aufgrund vorheriger Schulabschlüsse müssen im ersten betrieblichen Ausbildungsjahr gestellt werden.

Leistungswettbewerb

Mitmachen dürfen Junghandwerker, die ihre Gesellenprüfung in der Zeit vom Herbst des Vorjahres bis zum Sommer des Wettbewerbjahres abgelegt und zum Zeitpunkt der Gesellenprüfung nicht älter als 23 Jahre alt sind. In besonderen Ausnahmefällen (Schwangerschaft, Zivil- oder Wehrdienst) kann von der Altersbegrenzung abgewichen werden. Die Teilnahme am Wettbewerb ist freiwillig. Voraussetzung ist die Note "gut" für die praktischen Prüfungsarbeiten in der Gesellenprüfung.

Begabtenförderung

Begabte Absolventen einer Lehre, die nicht älter als 25 Jahre sind, welche die Gesellenprüfung mit besser als "gut" abgeschnitten haben oder besonders erfolgreich an einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb teilgenommen haben, oder die vom Betrieb oder der Berufsschule begründet vorgeschlagen werden, erhalten eine Förderung der Kammer.
Über drei Jahre hinweg können Zuschüsse für die Finanzierung berufsbegleitender Weiterbildung gezahlt werden. Die Einzelheiten erfahren Sie bei der für Sie zuständigen Handwerkskammer.

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